Es gibt ein hartnäckiges Narrativ über junge Menschen:
Sie seien faul. Anspruchsvoll. Illoyal. Schwer zu motivieren.
Man hört es von Arbeitgebern, Eltern, Medien und manchmal sogar im eigenen Familienkreis.

Doch wer genauer hinsieht, erkennt schnell, dass diese Vorwürfe kaum etwas mit Realität zu tun haben. Sie sind vereinfachte Erklärungen für eine Generation, die in einer völlig anderen Welt aufgewachsen ist als diejenigen, die sie beurteilen.

Die Wahrheit ist weniger bequem, aber deutlich näher an der Wirklichkeit:
Die meisten jungen Menschen sind nicht faul. Sie sind überfordert, orientierungslos und gleichzeitig mutiger darin, auszusprechen, was frühere Generationen verschwiegen haben.

Warum der Vorwurf der Faulheit so gut funktioniert

Es ist leicht, komplexe Probleme auf eine einfache Formel zu reduzieren:
Keine Lust gleichbedeutend mit Faulheit.
Kein Durchhalten gleichbedeutend mit Charakterschwäche.
Kritik an Arbeitsbedingungen gleichbedeutend mit Undankbarkeit.

Diese Reduktion entlastet das System.
Sie entlastet Arbeitgeber.
Sie entlastet Eltern.
Sie entlastet Institutionen.

Denn wenn der Fehler angeblich bei den jungen Menschen liegt, muss sich niemand fragen, ob Strukturen veraltet, Erwartungen unrealistisch oder Lebensrealitäten gravierend verändert sind.

Doch genau das ist passiert.

Die Welt, in der Gen Z aufwächst, ist nicht die Welt ihrer Eltern

Junge Menschen leben in einer Umgebung, die von Faktoren geprägt ist, die vorherige Generationen so nicht kannten.

  1. Dauerhafte Unsicherheit
    Wirtschaftliche Krisen, überfüllte Arbeitsmärkte, globale Entwicklungen. Nichts fühlt sich planbar an.
  2. Digitaler Dauerdruck
    Vergleiche in sozialen Medien, konstante Bewertung, Leistungsdarstellung, ständige Erreichbarkeit.
  3. Bildungssystem ohne Bezug zur Realität
    Schule und Universität vermitteln Wissen, aber kaum Identität, Orientierung oder Zukunftskompetenz.
  4. Arbeitswelten, die sich schneller verändern, als man sich orientieren kann
    Berufe verschwinden, neue entstehen, Anforderungen steigen.
  5. Familien und Kulturen, die gegensätzliche Erwartungen erzeugen
    Einerseits „mach was Sicheres“, andererseits „sei flexibel“. Beides gleichzeitig geht nicht.

Wer in so einer Umgebung erwachsen wird, entwickelt eine Form der Erschöpfung, die nichts mit Faulheit zu tun hat.

Gen Z ist die ehrlichste Generation

Junge Menschen sprechen offen aus, was sie empfinden. Sie sagen, wenn etwas keinen Sinn ergibt. Sie sagen, wenn sie sich überlastet fühlen. Sie sagen, wenn ein Job sie nicht weiterbringt oder ein Umfeld sie krank macht.

Frühere Generationen haben funktioniert, auch wenn sie innerlich längst ausgebrannt waren. Die Folgen sieht man heute an massiven Burnout-Raten, depressiven Entwicklungen und Lebenswegen, die zwar stabil aussahen, aber kaum erfüllt waren.

Gen Z sagt früh: „Das tut mir nicht gut.“
Das ist nicht Faulheit.
Das ist ein gesunder Reflex.

Warum Überforderung nicht Schwäche ist, sondern ein Muster

In unserer psychologisch-sozialen Analyse fällt auf, dass viele junge Menschen früh Zustände erlebt haben, die sie geprägt haben:
Instabile Bildungsbiografien, negative Schulkarrieren, kultureller Druck, Identitätskonflikte, fehlende Anerkennung, fehlende Bezugspersonen, soziale Unsicherheit.

Viele von ihnen tragen ein tiefes Misstrauen gegenüber Institutionen in sich, weil sie jahrelang erlebt haben, dass sie nicht gesehen oder verstanden wurden.

Wenn diese Menschen später im Studium, in der Ausbildung oder im Beruf an Grenzen kommen, ist das kein Anzeichen persönlicher Schwäche. Es ist die logische Folge eines Systems, das ihnen nie beigebracht hat, wer sie sind, wofür sie stehen oder wie sie mit Anforderungen umgehen sollen.

Sie haben gelernt, zu überleben – nicht, sich zu orientieren.

Warum „keine Lust“ oft etwas ganz anderes bedeutet

Viele junge Menschen sagen: „Ich habe keine Lust.“
Doch dahinter steckt selten Bequemlichkeit.

Oft bedeutet es:

  • „Ich weiß nicht, was ich will.“
  • „Ich fühle mich überfordert.“
  • „Ich sehe keine Perspektive.“
  • „Ich habe Angst zu scheitern.“
  • „Ich fühle mich dort nicht respektiert.“
  • „Ich habe keinen Sinn darin.“
  • „Ich sehe mich in diesem Umfeld nicht.“

Es ist ein Schutzmechanismus.
Der Mensch verweigert Verantwortung, wenn ihm die Identität fehlt, die sie tragen könnte.

Was Nexara anders macht

Wir versuchen nicht, jemanden arbeitsfähig zu machen, der sich selbst nicht versteht.
Wir haben gelernt, dass Motivation nur entsteht, wenn Sinn sichtbar wird.

Deshalb setzen wir zuerst dort an, wo das Problem wirklich beginnt:

  • Identität
  • Selbstbild
  • Werte
  • Herkunft
  • innere Konflikte
  • Stärken
  • Bedürfnisse
  • Zukunftsbilder

Wir arbeiten daran, dass ein Mensch wieder versteht, wer er ist.
Und erst dann entwickeln wir gemeinsam die nächsten Schritte: Berufliche Ziele, Bewerbungsstrategien, Qualifikationen, konkrete Perspektiven.

Unsere Erfahrung bestätigt immer wieder:
Sobald ein Mensch sich selbst erkennt, verschwindet der Eindruck von Faulheit vollständig. Energie kommt zurück. Motivation entsteht. Richtung entsteht. Klarheit entsteht.

Wenn du dich wiedererkennst

Vielleicht hast du selbst schon erlebt, wie andere über deine Generation sprechen. Vielleicht hast du versucht, es zu ignorieren. Vielleicht hat es dich verletzt. Vielleicht hat es dich sogar gelähmt.

Es ist wichtig zu wissen:
Du bist nicht das Problem.
Du bist das Ergebnis einer Realität, die niemand auf dich vorbereitet hat.

Und genau hier kann Veränderung beginnen.
Wenn du dich verstanden fühlst, fällt es leichter, den nächsten Schritt zu gehen. Wenn du Orientierung suchst, kannst du dich jederzeit bei uns melden. Ein Gespräch reicht aus, um herauszufinden, ob wir dir weiterhelfen können.

Externe Quelle

https://de.wikipedia.org/wiki/Generation_Z